
Vom 9. bis 12. April 2026 fand in Rheinland-Pfalz die erste Bundesfreiwilligenkonferenz (BFK) statt – ein historisches Ereignis für die Freiwilligendienste in Deutschland. Rund 60 Freiwillige aus den Formaten FSJ, BFD und FÖJ kamen zusammen, um sich auszutauschen, zu vernetzen und gemeinsame Forderungen zu entwickeln. Die Konferenz war ein Pionierprojekt, das zeigt, was möglich ist, wenn engagierte junge Menschen eine Vision verfolgen und Unterstützung finden.
Wie alles begann: Eine Idee wird Wirklichkeit
Die Initiative zur BFK ging von den FÖJ-Bundessprechenden aus, die vor etwa einem Jahr die Idee entwickelten. Trotz zahlreicher Hürden blieben sie dran – und konnten schließlich sogar das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) von der Bedeutung des Projekts überzeugen. Die Finanzierung war gesichert, und die Planung lag vollständig in den Händen der Freiwilligen: von der Organisation über das Corporate Identity bis hin zur Durchführung.
Ein Raum für Austausch und gemeinsame Forderungen
Von Anfang an war spürbar: Die Freiwilligen nutzten die Konferenz, um über den Tellerrand zu schauen und als Gemeinschaft Gehör zu finden. In intensiven Arbeitsphasen entstand ein gemeinsames Positionspapier, das am letzten Tag mit zwei Politikern – Ralf Edelhäuser (CSU, MdB), Fabian Ehmann (B‘90/DIE GRÜNEN, MdL Rheinland-Pfalz) – sowie Hanno Fietz (BMBFSFJ) diskutiert wurde.
Besonders beeindruckend war der Prozess der Themenfindung und Ausarbeitung: Jede:r konnte sich in Kleingruppen intensiv mit dem eigenen Schwerpunktthema auseinandersetzen. Nach nur 12 Stunden – von Samstagmittag bis Sonntagmorgen um 3 Uhr – war das Papier fertiggestellt und beschlossen.
Wichtige Ergebnisse für die LAG Hessen
Für uns als Landesarbeitsgemeinschaft in Hessen – aber auch in den anderen Bundesländern – dürften vor allem zwei Punkte des Positionspapiers relevant werden:
- Verstetigung der BFK: Die Teilnehmenden wünschen sich eine regelmäßige Durchführung der Konferenz. Die Freiwilligen waren zwar nicht alle durch ein offizielles Mandat legitimiert – im FÖJ und BFD gibt es Bundessprechende, im FSJ ist die Vertretung jedoch uneinheitlich. Hier zeigte sich der Wunsch nach einem einheitlichen System, das auf Landesebene format- und trägerübergreifende Sprechende vorsieht. Gleichzeitig sollen bestehende Strukturen erhalten bleiben. Als Vorbild dient das sächsische Modell, das bereits erfolgreich umgesetzt wird.
- Die Freiwilligen betonen, dass ein solches System nur funktioniert, wenn es hauptamtliche Begleitung gibt – eine Forderung, die wir als LAG aus eigener Erfahrung nachvollziehen können. Schon im vergangenen Jahr haben wir intensiv darüber beraten, wie ein hessisches Sprechendensystem umsetzbar wäre. Dabei wurde klar: Eine solche Unterstützung lässt sich nicht „nebenbei“ leisten. Sie erfordert eigenes Personal – eine Erkenntnis, die auch das Positionspapier der BFK unterstreicht.
Hessen auf der BFK
Auch aus Hessen waren Freiwillige vertreten: Zwei Freiwillige von DRK Volunta und eine Freiwillige vom IB, sowie zwei Freiwillige vom Postillion aus Baden-Württemberg. Möglicherweise gab es noch weitere Teilnehmende von hessischen Trägern – ein Zeichen dafür, wie wichtig die Vernetzung über Landesgrenzen hinweg ist.
Medienecho und Ausblick
Die Konferenz stieß auf großes Interesse: Der SWR Rheinland-Pfalz berichtete in seiner Abendschau über die BFK – der Beitrag ist hier ab Minute 1:00 zu sehen. Das Positionspapier steht allen Interessierten hier zur Verfügung.
Die BFK hat gezeigt, wie viel Engagement, Kreativität und Wille zur Veränderung in den Freiwilligen steckt. Für uns als LAG Hessen ist klar: Wir werden die Ergebnisse der Konferenz aufgreifen und uns für eine stärkere Vernetzung und Vertretung der Freiwilligen einsetzen – auf Landes- wie auf Bundesebene.
Fazit: Die 1. Bundesfreiwilligenkonferenz war ein voller Erfolg – und ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Freiwilligendienste. Wir freuen uns auf die nächste Auflage!

Gemeinsam für alle Freiwilligendienste in Hessen – jetzt auch offiziell für das FÖJ!



